
Liebe Freundinnen und Freunde des Filmwochenendes,
Das Kurzfilmprogramm ist seit Jahren fester Bestandteil des Internationalen Filmwochenendes Würzburg. Präsentiert in zwei Blöcken, werden unterschiedliche Stimmen verschiedene*r Filmemacher*innen in jeweils knapp 90 Minuten gezeigt.
Doch warum die Zeit für solche Kleinigkeiten verschwenden, wenn zur gleichen Zeit Langfilme laufen, die womöglich mehr zu sagen haben?
Zuerst einmal präsentiert der Kurzfilm eine ganz eigene Spielart des Kinos und der Filmtradition: viele der frühen Filme aus den Kindertagen des Mediums waren Kurzfilme, meist nicht länger als 20 Minuten. Diese vermeintliche Einschränkung ist jedoch nur ein Trugschluss. Kurzfilme funktionieren anders als ihre großen Geschwister, die Langfilme. Sie bewegen sich anders, haben eine eigene Dramaturgie und dadurch auch Vorzüge. Bietet das Format nicht die Möglichkeit, eine komplexe Geschichte zu erzählen, so eignet es sich besser, um einen direkten Blick auf ein Thema zu lenken, einen Stoff prägnant zu unterstreichen und ein Ausrufezeichen dahinter zu setzen. In manchen Fällen vielleicht auch ein Fragezeichen. Wie eine Kurzgeschichte oder Anekdote sind Kurzfilme offen, eine Momentaufnahme, beginnen und enden unmittelbar in einer Situation—und regen so häufig im Nachgang zum Denken an.
Sie bieten außerdem die Möglichkeit für Experimente in einer Form, die größere Produktionen selten zulassen. Wie in einer Novelle kann unerwartetes, ungesehenes gezeigt und auch ausprobiert werden. Viele bekannte Namen der Filmgeschichte haben ihre ersten Schritte mit Kurzfilmen gemacht: Martin Scorsese, David Lynch, Paul Thomas Anderson, Sofia Coppola, Tim Burton; und viele neue Talente machten zuerst durch Kurzfilme auf sich aufmerksam: Charlotte Wells, Rose Glass, Julia Ducourneau. Häufig zeigen sich bereits in ihren ersten Werken Spuren und Anzeichen ihres individuellen Stils.
Ebenso finden sich beim Internationalen Filmwochenende in der Kurzfilmsektion Autor\*innen, die innovativ und kreativ an ihre Sujets herangehen und diese spannungsreich und auch überraschend präsentieren. Bei einigen lässt sich bereits eine eigene Handschrift und Stimme erkennen. Auch war bei den diesjährigen Einreichungen auffällig, wie stark sich die Filmschaffenden mit aktuellen Themen wie Identität, Migration, Populismus, Einsamkeit und der Suche nach Zugehörigkeit identifizieren. Wie unterschiedlich diese dann schlussendlich aufgearbeitet und in eine filmische Vision umgesetzt wurden, war erfreulich, zeitweise auch beeindruckend zu sehen.
Die Auswahl der Filmblöcke für die Ausgabe 2026 versucht diese Vielfalt und Perspektiven wertschätzend darzustellen. In den Kurzfilmen werden einige Genres zitiert und abgebildet, von Drama und Komödie über Romanze und Satire bis hin zum Martial-Art- und Tanzfilm. Neben Realfilmen wurden auch wieder Animationsfilme ins Programm aufgenommen und sogar ein Hybrid ist in diesem Jahr dabei. Der thematische Fokus liegt verstärkt auf Zwischenmenschlichem und Zwischentönen: Empathie, Verständnis, Gemeinschaft und Zusammenhalt; aber auch Abgrenzung, Selbstbehauptung und Widerstandsfähigkeit spielen eine Rolle. Alles ohne Pathos und Glanz, ungeschönt, manchmal trocken, manchmal komisch und verspielt, bestenfalls authentisch. Alles ein Geschenk für das Kino und für das Publikum, das bereitsteht, geöffnet zu werden.
Dieser Beitrag stammt von unserem Kollegen Dominic Weinkirn. Er hat das Kurzfilm Programm mitgestaltet.
Beide Kurzfilm Blöcke werden jeweils 2 mal gespielt und am Sonntag gibt es dann ein Best Of. Denn auch dieses Jahr sind wieder Sie, das Publikum, gefragt. Sie können nach den Filmen abstimmen welche Ihnen am besten gefallen haben. Die Filme mit den meisten Stimmen gewinnen einen Preis und werden im Best of gezeigt.
Die Kurzfilme werden an folgenden Terminen gezeigt
Block 1: Donnerstag um 21:50 Uhr Kino 2 und Samstag um 13 Uhr Kino 1
Block 2: Freitag um 16:55 Uhr Kino 2 und Sonntag um 13:40 Uhr Kino 2
Best of: Sonntag um 21:15 Uhr Kino 1
Die Termine zu allen Filmen finden Sie in unserem Programm Spiegel: Programmspiegel 2026
Sichern Sie sich Ihre Plätze. Die Reservierungen sind Online am Mittwoch den 28.01 ab 17 Uhr möglich und telefonisch ab Donnerstag den 29.01. 14 Uhr.
Wenn Ihr Feedback, Fragen oder Anregungen zum Newsletter oder dem Festival habt, dann schreibt gerne eine Nachricht an info@filmwochenende.de
Schöne Grüße und Viel Spaß beim Filme schauen
Euer FiWo Team

